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Mobilitätswende: ohne den ländlichen Raum?

Die Mobilitätswende hat längst begonnen. In den Städten tummeln sich diverse Mobilitätsanbietende. Das Angebot reicht von E-Scootern über Leihfahrräder bis zu Carsharing Autos. Der eigene PKW verliert im urbanen Raum zunehmend an Bedeutung. Dennoch gibt es Regionen, in denen die Mobilitätswende auf sich warten lässt. Am stärksten betroffen: Der ländliche Raum.

Mobilitätswende in den Städten

Wer innerhalb einer Stadt von A nach B kommen möchte, hat unzählige Möglichkeiten. Durch die Mobilitätswende stehen den Stadtbewohnenden sowohl ein gut ausgebautes ÖPNV Netz als auch viele Mobilitäts-Alternativen zur Verfügung. Allein im Bereich Carsharing gibt es in Deutschland 228 Anbietende.[1] Hinzu kommen Taxialternativen, Vanpooling Unternehmen und ein Meer aus E-Scootern.

Die Situation im ländlichen Raum

Anders im ländlichen Raum. Denn dort ist und bleibt der PKW das beliebteste Fortbewegungsmittel. Der Anteil der Haushalte, die einen PKW besitzen und diesen auch täglich nutzen, ist im hier rund doppelt so hoch wie in der Stadt.[2] 57 Prozent der Bevölkerung in Deutschland lebt auf dem Land.[3] Natur, Ruhe und günstige Mieten – das Leben außerhalb der Stadt hat viele Vorteile. Einen großen Nachteil gibt es jedoch: Die Mobilität. Busse, die nur einmal am Tag fahren, kein ÖPNV nach 18 Uhr und von alternativen Mobilitätslösungen fehlt jede Spur – das alles ist keine Seltenheit.

Das Problem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln

Wer auf dem Land mobil sein möchte, ist auf den eigenen PKW angewiesen. Die Problematik mit den öffentlichen Verkehrsmitteln? Für die Anbietenden lohnt es sich nicht, das Streckennetz oder die Frequenz zu erweitern, weil die Angebote nicht ausreichend genutzt werden. Genau das sind jedoch auch die Gründe dafür, dass die Anwohnenden den ÖPNV wenig nutzen. Ein weiteres Hindernis ist der Stauraum. Wer mit dem Bus zum Einkaufen fährt, muss auf dem Rückweg die vollgepackten Taschen mit in die öffentlichen Verkehrsmittel nehmen und im Zweifelsfall auch noch umsteigen. Verständlich also, dass in diesem Fall der eigene PKW bevorzugt wird. Die Gemeinden stehen vor der Herausforderung, eine flexible, komfortable und kostengünstige Alternative zum privaten PKW zu schaffen, um sich in der Mobilitätswende behaupten zu können.

Diese Innovationen gibt es bereits

Im Sinne der Mobilitätswende gibt es bereits einige Kommunen, die innovative Mobilitätlösungen anbieten. So gibt es beispielsweise in vielen Gemeinden Rufbusse. Das Prinzip: Wenn jemand an der Haltestelle steht, kann der Bus via Telefon oder App dorthin bestellt werden. Eine Gemeinde im Allgäu hat sogar einen elektrischen Rufbus. Dieser fährt zwischen 6 Uhr morgens und 23 Uhr abends, was eine deutliche Verbesserung zum vorherigen Fahrplan des ÖPNV darstellt. Eine Weiterentwicklung der Rufbusse sind autonome Busse. Hergestellt mit einem 3D Drucker sollen sie feste Strecken fahren und ebenfalls per App bestellbar sein. Der Vorteil ist hier – durch das autonome Fahren, kann der Bus Tag- und Nacht in Bereitschaft sein. Allerdings reichen die Erfahrungen mit der neuartigen Technologie bis dato noch nicht für eine Umsetzung außerhalb von Modellprojekten aus. Außerdem sind die Kosten zur Realisierung dieser Projekte teilweise größer als zuvor gedacht.

Wie gelingt die Mobilitätswende zukünftig im ländlichen Raum?

Die Herausforderung für den ländlichen Raum liegt bei der Ausarbeitung eines ganzheitlichen Mobilitätskonzepts. Dabei muss ein ausgebauter ÖPNV einhergehen mit alternativen Angeboten wie Carsharing oder Carpooling. Auch für Kurzstrecken innerhalb der Dörfer und Kleinstädte müssen Alternativen zum PKW angeboten werden. Hier ist die Lösung eine gestärkte Infrastruktur für Radfahrende. Wenn die verschiedenen Angebote ineinandergreifen, können die Bedürfnisse der Bewohnenden im ländlichen Raum abgedeckt werden, sodass eine Mobilitätswende auch dort möglich ist.
Erfahren Sie jetzt mehr zum Thema Carpooling.
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